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| Gesundheitliche
Aspekte des Winterschwimmens
(Zuarbeit -- Dr. med. R. Heuchel -- "Elsterrobbe" aus Gera). |
vergleiche auch die freie
Enzyklopädie WIKIPEDIA: de.wikipedia.org/wiki/Winterbaden |
| Winterschwimmen
stellt eine Extremform der Abhärtung dar. Darin kommt das Bestreben zum Ausdruck, einen Mangel unserer Zivilisation an natürlichen Reizen eben durch eine extreme Herausforderung zu begegnen. |
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| Voraussetzung für das Winterschwimmen sind zunächst eine ständige Konditionierung des eigenen Körpers durch kaltes Duschen, aktiven Aufenthalt im Freien, durch Sauna und viel sportliche Betätigung im Freien. Somit formt man sich einen widerstandsfähigen Organismus für die winterlichen Anforderungen. Im Körper werden wärmeregulierende Reaktionen entwickelt, die dann beim winterlichen Schwimmen den Sportler helfen, mit den Reaktionen schnell fertig zu werden. Der Kältereiz löst eine kurzzeitige lokale Vasokonstriktion (Gefäßverengung) aus, die im Verlauf der Wiedererwärmung des Organismus von einer allgemeinen reaktiven Hyperämie (Gefäßerweiterung) gefolgt wird. |
| Ein
gesundheitsstabilisierender Effekt
durch regelmäßiges Winterschwimmen kann als erwiesen angesehen
werden.
Zu nennen sind: - Verbesserung der Blutzirkulation der Haut und Schleimhäute der Atemwege - allgemeine vegetative Stabilisierung - ein abnehmender Trend der Infekthäufigkeit bzw. verminderte Infektanfälligkeit - die Krankheitsbereitschaft ist viel geringer - der Krankheitsverlauf ist wesentliche leichter und kürzer |
| Die akute Belastung des Herzkreislaufsystems hält sich in Grenzen, bei gesunden Personen besteht keine Gefährdung. Gegenanzeigen (Kontraindikationen) stellen aber hoher Blutdruck im fortschreitendem Stadium, arterielle Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Kälteallergien und chronische Organerkrankungen (z.B. Nierenerkrankungen) dar, nicht jedoch Rheumatoidarthritis. |
| In den
letzten Jahren wurde auch versucht, die Effekte des Winterschwimmens wissenschaftlich
zu verifizieren. Allerdings ließ sich bei durchgeführten Untersuchungen
an Winterschwimmern kein Einfluß auf das Immun- und Resistenssystem
nachweisen, jedoch eine deutliche Stärkung "antioxdativer Schutzsysteme".
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| Im Vordergrund
stehen bei den Winterschwimmern als Motivation das Streben nach gesundheitlicher
Stabilisierung und Selbstbeherrschung. Aber auch das gemeinsame Erleben
und der Spaß an einer ungewöhnlichen und harten Sportart verstärken
Lebensfreude und Lebensgefühl. Neben der "Abhärtung" werden charakterliche
Elemente ausgeformt wie Selbstüberwindung und Selbstbeherrschung,
Gemeinschaftssinn, aber auch Verantwortung für seinen eigenen Körper
und die Sportgruppe. Winterschwimmen verlangt eine große persönliche
Disziplin.
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| Forschungsbericht 1993:
UNIVERSITÄTSKLINIK und POLIKLINIK FÜR PHYSIKALISCHE MEDIZIN UND REHABILITATION, Berlin |
| Auszug aus einem Interview
mit Prof. Dr. Conrad (Wochenpost: Nov. 1986) Beim bewussten Eisbaden unterscheidet man verschieden Phasen der körperlichen Belastung: In der 1. Phase wirkt das kalte Wasser als Reiz und löst eine Vielzahl von reflektorischen Vorgängen aus. Die Durchblutung der Haut wird schlagartig reduziert, das Herz schlägt schneller und stellt sich auf den Kältestress ein. Das dauert etwa 30 bis 60 Sekunden. Wir halten es für wahrscheinlich, dass es dieser kurze Reiz ist, der viele positive Effekte hervorbringt. Erst in der 2. Phase tritt ein Wärmeverlust ein. Beide Phasen sind gut verträglich. Deshalb erscheint uns eine Aufenthaltsdauer im Eiswasser von 3 bis 5 Minuten als sinnvoll. Erst in der 3. Phase kommt es dann zur Erschöpfung des Wärmehaushaltes, weil die Kohlehydrate verbraucht sind. Jeder normal entwickelte Mensch kann Eisbaden wagen, allein aber
sollte man im Winter nicht ins kalte Wasser steigen.
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